• ISA IM TALK MIT SCHWARZ GASTGEBER RASHID
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ISA IM TALK MIT SCHWARZ GASTGEBER RASHID

Wenn sich zwei Menschen begegnen, deren Leben nicht unterschiedlicher hätte verlaufen können und man demütig und dankbar auf den Dialog zurückblickt. Dieser Dialog zeigt auf, wie nahe einem ein Schicksal gehen kann, von dessen man glaubte, Ähnliches "nur" aus den Medien zu kennen. Wenn man mit einer Stille zurückbleibt, die nicht in Worte zu fassen ist und man einige Tage dazu benötigt, um das Gespräch zu verarbeiten... So erging es mir nach dem Interview mit unserem Gastgeber Rashid.

Nachhaltige Entwicklungsziele als Wegweiser für eine bessere Welt

Im Alpenresort Schwarz nehmen wir uns die 17 nachhaltigen Entwicklungsziele - international als die Sustainable Development Goals (SDGs) bekannt - sehr zu Herzen. Diese wurden im Jahr 2015 von den UNO-Mitgliedsstaaten festgelegt, um unseren Planeten bis 2030 lebenswerter zu machen. Wir sind der Meinung, dass wir als Menschen und als Betrieb dazu beitragen können, soziale, ökologische und ökonomische Aspekte positiv zu verändern. Schritt für Schritt arbeiten wir daran, die 17 Ziele bei unseren Handlungen und im Umgang mit unseren Mitmenschen im Fokus zu behalten. Die Geschichte unseres Gastgebers Rashid, sein Bemühen und seine Integration in unser westliches Leben ist richtungsweisend für diese Entwicklung. 

Tief verwurzelt die Sehnsucht - nach einem Leben in Sicherheit 

Ich freue mich darauf, Euch in diesem Blog einen jungen Mann vorstellen zu dürfen, der nach einer abenteuerlichen und lebensgefährlichen Flucht ein Zuhause in Tirol gefunden hat und Teil der Schwarz Familie geworden ist. Wir sind dankbar für Rashid. Wann immer man ihn sieht, er winkt und lächelt einem freundlich zu...

"Rashid wohnt noch nicht lange hier, doch er kennt in der Gegend weitaus mehr Menschen als ich - und ich lebe schon seit 10 Jahren in Mieming." Toni Woertz 


Rashid ist gebürtiger Afghane und arbeitet inzwischen seit drei Jahren als Abwäscher in unserem à la carte Restaurant "Greenvieh." Als ich Rashid darum bat, mir seine Geschichte zu erzählen, blickten mich zwei große ängstliche Augen an. Er war etwas unsicher und deutlich gezeichnet von seiner Vergangenheit. Trotzdem erklärte sich Rashid dazu bereit und öffnete sich meinen Fragen. Schnell waren wir im Gespräch vertieft und einige Stationen seines Lebens werde ich nun mit Euch teilen. 

Isa Rashid, erzähle uns, wer du bist. 

Rashid Mein Name ist Rashid, ich komme aus Afghanistan und wurde am 14. August 1990 geboren. Dort ging ich 12 Jahre lang in die Schule. Der Krieg zerstörte unser ganzes Leben. Damals fragte ich meinen Vater, ob wir unseren Grund hergeben und aus Afghanistan weggehen sollen, doch er wollte sein Heimatland nicht verkaufen. Wir wurden jeden Tag von den Soldaten kontrolliert. Sie nahmen uns Essen, zeigten ihre Macht, schlugen uns und glaubten uns nicht, obwohl sie uns jeden Tag beobachteten. Es wurde immer schlimmer, bis meine ganze Familie flüchtete. Meine halbe Familie wohnt jetzt in San Francisco, meine Mutter und mein Vater leben in Pakistan und ich kam hierher. Die Taliban nahmen uns alles. 

Isa Wie alt warst du, als du deine Flucht begonnen hast? Wer hat dich begleitet?

Rashid Ich war 21 Jahre alt und bin mit 5 Afghanen losgezogen. Wir kamen zuerst nach Pakistan, dann flüchteten wir in den Iran, vom Iran ging es in die Türkei, dann nach Griechenland, Mazedonien und Albanien, später nach Serbien und Ungarn. Zwischendurch lagen viele Monate, ich erzähle es hier nur schnell. Mein Handy verlor ich auf der Flucht und ich hatte keinen Kontakt mehr zu meiner Familie. Die Nächte waren immer schrecklich für mich. Ich schlief auf Bänken, in Bahnhöfen oder unter Bäumen. Es gibt niemanden auf dieser Welt, dem ich so eine schlechte Zeit wünschen würde. Wir gingen immer zu Fuß oder versteckten uns unter LKWs, um weiter zu kommen. Es war wie im Grab. Wir konnten teilweise nicht einmal aufs WC gehen, aus Angst, entdeckt zu werden. In Griechenland trennten sich unsere Wege und ich musste alleine weiter. Ich kam in jedem Land ins Gefängnis. 

Isa Das heißt, in jedem dieser Länder wurdest du von Grenzbeamten verhaftet? 

Rashid Ja, ich wurde verhaftet, weil ich mich sozusagen illegal in den Ländern befand. Als ich im Gefängnis war, bekam ich immer ein Formular, in dem stand, dass ich das jeweilige Land innerhalb eines Monats verlassen muss. Vor jedem Gericht sagte ich: "Ich bin unschuldig." In einigen Ländern war es nicht so schlimm, doch in manchen Gefängnissen machte ich sehr schlechte Erfahrungen. Ich hatte immer Hunger und suchte in der Nacht oft nach trockenen Brotresten. Es war die härteste Zeit für mich. Ich wurde oft geschlagen, es war schmutzig und manchmal wurde uns das Essen wie Hundefutter vor die Füße geworfen. Kein Kontakt mit Mama und Papa, oder meinen zwei Schwestern, die noch am Leben sind. Da war niemand. Ich wollte frei sein. In den Gefängnissen verlor ich alle meine Wünsche. Immer und immer wieder schrieb ich auf:

"I wish I will be in EU." 

Isa Welches Land der Europäischen Union war dein Ziel?

Rashid Ich wünschte mir nach Österreich oder in die Schweiz zu kommen. Mein Vater hatte zu mir gesagt: "Gehe besser in ein kleines Land. Die europäischen Leute möchten Frieden." 

Isa Gab es auch einmal einen Punkt, an dem du gedacht hast, dass du es nicht schaffst? Erinnerst du dich an ein besonders prägendes Erlebnis? 

Rashid Ja, es war eine Nacht in der Türkei. Wir waren in Izmir und wollten zu einer kleinen griechischen Insel kommen. Wir kamen dann auf ein kleines Boot. Gesamt waren wir 16 Leute. Wir hatten fast keinen Platz und ich konnte die Insel nicht sehen. Plötzlich tauchte die Polizei auf und wir hörten Schüsse. Auch eine Granate wurde zum Lichtmachen gezündet, um die Flüchtlinge zu finden. Überall waren Kinder, Frauen und Männer die Angst hatten. Ich dachte mir: "Wenn ich jetzt sterbe, dann fressen die Fische meine Leiche." Es fühlte sich an, als ob die Welt untergehen würde. In dieser Nacht wurden wir verhaftet. 

"Als ich nach Österreich kam, hatte ich € 50,- in meiner Unterhose versteckt. Das war alles, was ich noch hatte."

Isa Deine Flucht hat neun Monate gedauert, bis du nach Österreich gekommen bist. Wie bist du hierher gekommen?

Rashid Ich wurde von einem Schlepper mit einem blauen LKW gebracht. Es war sehr eng im LKW und mein Körper war mit Alufolie eingewickelt. Wir mussten das tun, um nicht entdeckt zu werden. Wir kamen in einer Gegend zwischen Niederösterreich und Wien an. Es standen überall große Windräder auf den Feldern. Ich entfernte die Folie und ging auf eine Straße. Meine Haare versuchte ich, mit Spucke ein bisschen schön zu machen. Ich wollte unbedingt wissen, ob ich wirklich in Österreich bin. Es war ein Vormittag im August. Ich sah ein Mädchen und fragte sie auf Englisch, wo hier der Bahnhof ist. Sie zeigte mir den Weg und als ich am Bahnhof war, wusste ich erst nicht, wie ich ein Ticket kaufen sollte. Ich war schmutzig und meine Kleidung war kaputt. Ein Regionalzug kam und ich stieg einfach ein. Ich fuhr so lange, bis alle ausgestiegen sind. Als ich die Geschäfte, die U-Bahn und die Straßenbahn gesehen habe, dachte ich mir: "Oh, this is a big city!" Ich war in Wien. 

"Ich habe immer nur Keller gesehen, hier sehe ich die Welt. " 

Isa Was war dein nächster Schritt?

Rashid Eine Jugendliche mit einem rosarotem T-Shirt gab mir Auskunft, wo der Bahnhof ist. Im Zug sprach ich dann eine Frau an, die eine ähnlich dunkle Hautfarbe wie ich hatte. Sie kam aus Indien und war seit drei Jahren in Österreich. Indien ist unser Nachbarland. Wir unterhielten uns auf Indisch. Sie sagte, dass es hier in Österreich gut ist, man sich aber streng an die Gesetze halten muss. Ich erklärte ihr, dass ich hierbleiben, mich integrieren und ein guter Mensch sein möchte. Die Frau meinte, dass es am Anfang schwer sei, ich dachte mir aber, dass mir die Behörden in Österreich helfen werden. Ich dachte immer positiv. Ich wollte alles machen, was von mir erwartet wird.


Isa
Wie viele Sprachen sprichst du?

Rashid Ich spreche fünf Sprachen: Deutsch, Englisch, Paschtu (Afghanisch), Urdu (Nationalsprache sowie Amtssprache in Pakistan) und Dari (Persisch).  

Isa Wie bist du nach Traiskirchen gekommen?

Rashid Am Westbahnhof Wien erklärten mir zwei Frauen  mit Kopftuch, dass ich mit nach Traiskirchen fahren muss. Es wäre nicht weit von hier. Dort sei ein großes Lager für Flüchtlinge. Sie gaben mir sogar eine Telefonkarte, damit ich meine Familie anrufen kann, dass ich in Österreich angekommen und in Sicherheit bin. Ich machte mich dann auf den Weg und fuhr mit dem Taxi in Richtung Traiskirchen. Plötzlich wurden wir von der Polizei aufgehalten, sie wollten meinen Pass sehen. Ich wurde dann zu einer großen Polizeiinspektion gebracht. Erst hatte ich ein bisschen Angst, die Polizisten waren so groß, ich bin ja ein kleiner Mann. Sie sagten zu mir: "No problem, you are save here." 

Isa Wie hast du dich in diesem Moment gefühlt?

Rashid Ich küsse jedem Polizisten in Österreich die Hände und Füße. Hier wurde ich immer sehr gut behandelt. Die Leute wissen nicht, wie es in anderen Ländern war, aber ich weiß es. Ich wurde in ein Zimmer mit großem Bildschirm gebracht und sie fragten mich, über welche Grenze ich gekommen bin. Es wurden mir sehr viele Fragen gestellt und ein Protokoll wurde gemacht. Ich konnte in einem kleinen Zimmer ein bisschen schlafen. Die Polizei brachte mich dann nach Traiskirchen. Dort wurden meine Fingerabdrücke abgenommen und ich machte ein Interview mit einem Polizeibeamten und mit einer Dolmetscherin. Sie wollte alles genau wissen und ich erzählte ihnen meine ganze Geschichte. 

Isa Wie ging es weiter?

Rashid Ich war sehr hungrig und bekam etwas zu essen - Brot, Käse und einen Apfel. Ich wurde dann in eine Halle gebracht und schlief etwas. Ich war so müde. Später bekam ich eine rote Karte und sie erklärten mir, dass ich nur hier spazieren gehen darf. Am nächsten Tag bekam ich eine grüne Karte und ich durfte in die nahegelegene Gemeinde gehen.
Später kam ein Zivilpolizist zu mir und sagte, dass ich einen Transfer machen muss. Gemeinsam mit zwei Pakistanern wurde ich in die Erstaufnahmestelle nach Thalham in St. Georgen gebracht. Das ist ein kleines Flüchtlingsheim. Dort fragte ich mich: "Was wird jetzt mit mir passieren?" Ich sprach viel mit den anderen Flüchtlingen. Insgesamt war ich für drei Wochen da. In dieser Zeit wurden all meine Angaben kontrolliert und ich hatte Angst, dass ich zurück muss, dass ich Österreich wieder verlassen muss. Danach bekam ich eine weiße Karte. Alle haben mich darauf angesprochen, denn es ist nicht einfach, diese weiße Karte zu bekommen. Ich war sehr glücklich. 

Isa Was bedeutet die weiße Karte?

Rashid Es bedeutet, dass du in ganz Österreich einreisen kannst. Es bedeutet: 

"Du bist jetzt frei."

Isa Wohin bist du dann gekommen?

Rashid Am nächsten Tag wurde ich mit dem Zivilpolizeiauto nach Mötz in Tirol gebracht. Ich war zu dem Zeitpunkt 21 Jahre alt. Damals gab es dort ein kleines Flüchtlingsheim, ein ehemaliger Gasthof. Silvia gab mir ein Zimmer mit einem Mann aus dem Kosovo. Und ein bisschen Taschengeld gab sie mir auch.  

Isa Was hast du in Mötz gemacht? Wie kann man sich dein "neues Leben" vorstellen? 

Rashid Ich fragte, wo der nächste "Bazar" ist. Mir wurde gesagt, dass es in der nächsten Ortschaft Silz ein Geschäft gibt. Ich ging zu Fuß dorthin und wollte mir ein Red Bull kaufen. Ich dachte immer, es ist gut, damit ich wieder Energie bekomme und trank, so oft es ging, ein Red Bull. In Silz kaufte ich mir im M-Preis eine Zahnbürste und ein paar Kleinigkeiten. 

Isa Wie war es für dich im Flüchtlingsheim?

Rashid Ich stand immer früh auf, wollte arbeiten und sprach mit der Betreuerin darüber, was ich machen könnte. Ich bekam zuerst kleine Aufgaben und half an verschiedenen Stellen, machte gemeinnützige Arbeit in Mötz und später in Mieming. In der Zwischenzeit machte ich bei Klaus aus Mötz einen Deutschkurs. Er hat mir damals sehr geholfen und gab freiwillig Unterricht, auch Hilde und Margit aus Silz brachten mir viel bei. Als ich nach Mieming zur Gemeinde kam, ging ich immer zu Fuß dorthin, oder fuhr später mit einem Rad vom Recyclinghof. Ich hatte eine ausgedruckte Karte von Google Maps und ging immer am Locherboden vorbei. Der Bürgermeister und Gaby waren damals sehr nett zu mir. Ich sagte ihnen, dass ich mehr arbeiten möchte, damit ich mir ein Handy kaufen kann. Es dauerte alles ein bisschen, doch es hat geklappt. Ich bekam regelmäßig Arbeit und war sehr froh. 
 

Isa Wie lange hast du das gemacht?

Rashid Ungefähr dreieinhalb Jahre. Ich wollte immer weiterarbeiten und lernen. Ich bekam eine Einladung vom Bundesasylamt und hatte ein Gespräch mit einer Richterin. Sie sagte, meine Geschichte sei sehr kompliziert und ein Richter in Wien müsse entscheiden, wie es mit mir weitergeht. Schritt für Schritt nahm ich in der Zwischenzeit Kontakt mit meinen Verwandten auf, die jetzt in verschiedenen Ländern leben. Es ging mit viel besser, nur wegen meinen Schulden - es waren € 10.000,- - machte ich mir immer große Sorgen. Für meine Flucht musste ich mir von ihnen viel Geld ausleihen, sonst wäre das nicht möglich gewesen. Jeder Schlepper nahm Geld von mir, bis ich nichts mehr hatte. 

Isa Es ist unfassbar, was du ertragen musstest...

Rashid "Ich lebe noch, du brauchst nicht weinen", das sagte ich meiner Mama, als ich meine Eltern letztes Jahr zum ersten Mal wiedergesehen habe. Sie leben ja jetzt in Pakistan. Ich besuchte sie dort. Sie sind alt geworden. Es war sehr aufregend und wunderschön. Als ich ihnen von meiner Flucht erzählte, nahm mich Mutter jede Minute in den Arm und sagte immer wieder: "Mein Sohn." 

"Ich hätte mir nie gedacht, dass ich jemals so ein schönes Leben wie jetzt haben werde." 

Isa Wie bist du ins Alpenresort Schwarz gekommen?  

Rashid Ich bin jetzt seit drei Jahren im Schwarz, wollte eigentlich schon früher hierher kommen, doch ich traute mich nicht zu fragen, weil ich mir gedacht habe, dass sie nie jemanden wie mich nehmen würden. Vorher war ich noch eine Zeit lang geringfügig im Gasthof Seelos als Zimmerbursche angestellt und manchmal durfte ich sogar bei der Polizei als Übersetzer arbeiten. Meine Betreuerin sagte mir eines Tages, dass sie im Greenvieh einen Abwäscher suchen. Ich schämte mich, doch ich stellte mich vor. An diesem Tag war Philipp hier und ich sagte zu ihm: "Grüß Gott, mein Name ist Rashid und ich komme aus Afghanistan." Ich wusch Teller und Geschirr ab und musste aber am Nachmittag wieder gehen, weil ich eine mündliche Mathematik Prüfung in der NMS Hall hatte. Es hatte sich noch ein zweiter Abwäscher beworben und einen Tag später wollten sie mir Bescheid geben. Ich war sehr nervös. Inzwischen habe ich den Pflichtschulabschluss und den Hauptschulabschluss in Österreich gemacht. Ich lerne immer noch Deutsch. Hier in Mieming und an der Volkshochschule in Innsbruck. 
Schon länger wohne ich hier bei einer Familie in Mieming und sage "Mama" zu dieser Frau. Das ist jetzt mein Zuhause. Mutti fragte mich, wie es war und ich sagte ihr, dass es sehr luxuriös im Greenvieh war, mit ganz viel Glas. Ich traute es mir nicht zu, dass sie mich nehmen. 

Isa Wann hast du die Nachricht bekommen, dass du den Job im Greenvieh bekommst?

Rashid Es war am nächsten Tag. Ich bekam einen Anruf von Philipp. Er hatte es zuvor mit Toni besprochen und sie wollten mich für den Job. Ich war so froh, denn ich habe noch nie mehr Lohn als hier bekommen. 

Isa Was war das für ein Gefühl?

Rashid Ich dachte, dass mir jetzt alles gelingen wird. Ich konnte mir endlich ein gutes Smartphone kaufen. Ich wusste, dass mein Leben jetzt immer besser wird. Es ist sehr schön, hier zu arbeiten. Ich bin sehr dankbar dafür. 

Isa Was sind deine nächsten Ziele hier in Österreich?

Rashid Eine Ausbildung, das ist mein Ziel...und die österreichische Staatsbürgerschaft zu bekommen. Ich redete schon ein paar Mal mit den Küchenchefs Toni und Philipp darüber. Es wäre mein größter Traum. Ich würde es mir auch wünschen, dass ich meine Eltern zu mir holen kann. 

"Meine Heimat ist jetzt hier."

Isa Vermisst du Afghanistan?

Rashid Nein, in Afghanistan herrscht seit 40 Jahren Krieg, alles ist kaputt. Ich vermisse mein Heimatland nicht, aber meine Familie, die vermisse ich sehr. Ich würde alles dafür geben, meine Eltern hier bei mir zu haben.


Nun ist es still und ich sage einfach nur DANKE. 

Eure Isabel