• ISA IM TALK MIT REKORDGAST HILTRUD UNVERZAGT
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ISA IM TALK MIT REKORDGAST HILTRUD UNVERZAGT

EIN GESPRÄCH ÜBER EINE JAHRZEHNTELANGE VERBUNDENHEIT 

Frau Hiltrud Unverzagt nennt das Alpenresort Schwarz und das Mieminger Plateau seit vielen Jahren ihr "zweites Zuhause." 151 Urlaube verbrachte unsere treue Stammgästin bereits am Sonnenplateau. Zum 150. Aufenthalt lud die Familie Pirktl zahlreiche Wegbegleiter, langjährige Freunde, Touristiker und den Mieminger Bürgermeister Franz Dengg sowie die Direktorin des Tiroler Tourismusverbandes - Frau Karin Seiler-Lall - ein, um dieses schöne Jubiläum zu zelebrieren. Die Musikkapelle Mieming umrahmte die Feierlichkeiten und gab einen schwungvollen Auftakt für eine unvergessliche Gästeehrung. Dieses besondere Fest möchte ich in meinem Blog aufgreifen, um Euch jene Person vorzustellen, die mit dem Schwarz seit vielen Jahren eine tiefe Verbindung pflegt, Frau Hiltrud Unverzagt.

REFKLEXIONSMOMENTE 

Während ihres letzten Aufenthalts erzählte mir Frau Unverzagt von ihrer unbändigen Reiselust, von Stationen ihres Lebens und von jenen Menschen, die Teil davon geworden sind. Wir trafen uns in ihrem Zimmer - welches übrigens immer dasselbe ist - und ich konnte nicht anders, als neugierig alle Informationen und Eindrücke in mich aufzusaugen. Vor mir eine Frau von Welt, zutiefst dankbar und unverblümt ehrlich. Hündchen Filou - ihr verspielter Pudel - ließ uns nicht aus den Augen und sorgte zwischendurch für einige charmante Highlights.

Isa Liebe Frau Unverzagt, inzwischen waren Sie 151 Mal am Mieminger Plateau, davon 115 Mal bei uns im Alpenresort Schwarz. Wie hat diese Geschichte begonnen?

Hiltrud Unverzagt Alles begann im Hotel Tyrol in Obsteig. Über den ADAC kamen wir über Weihnachten dorthin und verbrachten unseren ersten Urlaub in den Tiroler Bergen. Wir fühlten uns damals im Hotel Tyrol sehr wohl und waren dann insgesamt 36 Mal dort. Mein verstorbener Mann und ich waren selbständig und hatten eine große Steuerkanzlei zu führen, so beschränkten wir unseren Urlaub am Anfang nur auf Weihnachten. Wir waren oft mit unserer Clique auf Urlaub und spazierten fast jeden Tag von Obsteig zum Arzkasten. Als wir etwas Neues kennenlernen wollten, fragte ich Hildegard vom Arzkasten einmal, wo wir denn noch am Plateau Urlaub machen könnten? Sie empfahl uns den Schwarz. Bis dahin war ich noch nie in Mieming und kannte das Haus auch noch nicht. Hildegard reservierte uns zu Weihnachten einen Tisch im Schwarz und es hat mir sofort gefallen. Damals gab es nur das Haupthaus und das Obstgartl I, sonst war noch nichts da. Die Zimmer waren alle belegt, doch auf der Heimfahrt stoppten wir nochmal im Hotel Schwarz und wir sahen uns die Zimmer an. In jedem Zimmer stand ein kleines Weihnachtsbäumchen, das hat mich so fasziniert, dass wir gleich unseren Osterurlaub buchten. So einen kleinen Weihnachtsbaum bekomme ich auch heute noch auf mein Zimmer.

"Die Deutschen kommen!" 

Isa Mir wurde erzählt, dass Sie sogar am Sonnenplateau geheiratet haben...

Hiltrud Unverzagt Ja, das stimmt. Unsere Hochzeit fiel noch in die Urlaubszeit, die wir im Hotel Tyrol verbracht haben. Da haben wir gelacht! Es war ein Bus voll mit unseren Gästen und vielen PKWs. Wir alle hatten uns im Vorhinein etwas in Tracht angeschafft und der Standesbeamte vom Standesamt Wildermieming kam extra in einem schwarzen Anzug, weil er gedacht hatte: "Die Deutschen kommen, da muss ich einen Schwarzen anziehen!" Damals gaben sich ja noch nicht viele Urlauber am Plateau das Ja-Wort. Kirchlich heirateten wir dann in der Wallfahrtskirche Maria Locherboden. Nach einer langen Nacht an der Bar hatte uns Hubert Granbichler den Locherboden empfohlen. Er fuhr direkt mit uns dorthin. Das vergesse ich nie. Da gibt es eine Stelle, von wo aus man die Kirche gut sehen kann. Es war so ein schöner Anblick. Die Hochzeit war dann ein einziger Traum. Wir feierten vier Tage. Es war sogar die Blumendekoration auf mein Hochzeits-Dirndl abgestimmt. 

Isa Welche Erinnerungen verbinden Sie mit Ihrem ersten Urlaub bei uns?

Hiltrud Unverzagt Bei unserem ersten Schwarz-Urlaub mit unserem Sohn brannte ein alter Bauernschrank im Gang. Wir standen an der Bar - damals war Peter Binderlehner noch Barchef - und plötzlich kam die Feuerwehr. Das war eine Aufregung! Jugendliche hatten heimlich geraucht und schmissen die Zigarette in den Kasten, um nicht entdeckt zu werden. Die ganze Etage musste neu gemacht werden. Ein paar Leute seilten sich sogar mit dem Betttuch über den Balkon hinunter. Zum Glück ist damals niemanden etwas passiert. 

Isa Sie haben sich also von diesem Erlebnis nicht abschrecken lassen?

Hiltrud Unverzagt Im Gegenteil, es gefiel uns im Schwarz auf Anhieb so gut, dass unsere Urlaube immer häufiger wurden. Inzwischen sind wir bei viermal im Jahr angekommen.  

Isa Wo wohnen Sie und wie reisen Sie immer an?

Hiltrud Unverzagt Ich komme aus Hessen und fahre immer mit meinem PKW. Es sind genau 600 km von meiner Haustür bis ins Hotel Schwarz. 

Isa Wie haben Sie die Veränderung und das Wachstum im Schwarz miterlebt? 

Hiltrud Unverzagt Ich erlebte eigentlich fast alles hautnah. Den Bau vom Obstgartl II und III, die Wasserwelten und die Naturbadeseen und jetzt das wiedererrichtete Stammhaus. 

Und plötzlich war alles anders... 

Isa Einmal hatten Sie auf der Heimreise einen schweren Autounfall. Was ist damals geschehen?

Hiltrud Unverzagt Es geschah auf der Heimreise vom Schwarz. Es war ein wunderschönes Wetter an diesem Tag. Ich fuhr über den Fernpaß lange hinter einem LKW her und war selbst schuld, es hätte nicht passieren müssen. Der Himmel war blau und die Sonne hatte mich geblendet während ein LKW mit silbernem Führerhaus auf der anderen Straßenseite auf mich zukam. Bei einer langen Geraden überholte ich und hatte mich verschätzt. Ein weiterer Lastwagen ging voll in die Eisen und der Unfall passierte. Dessen Hänger stand quer auf der Straße und ich donnerte voll herein. Ich spürte überhaupt keine Schmerzen. Mein Schädel war gebrochen und mein Schienbein schwer verletzt. Ich kam dann ins Krankenhaus und brauchte ein halbes Jahr, um wieder auf die Beine zu kommen. Ein viertel Jahr musste ich im Rollstuhl verbringen. Diese Zeit zum Regenerieren habe ich im Schwarz verbracht. Adi fuhr mich regelmäßig zur Untersuchung ins Krankenhaus nach Reutte. Auch Dr. Kurt Öhler unterstützte mich in dieser Zeit sehr. Herrn Dr. Öhler und seinem Team habe ich sehr viel zu verdanken. Nach dem Unfall dachte ich, dass ich nicht mehr laufen kann. Es war eine schwere Zeit, doch Schritt für Schritt ging es wieder bergauf. Als ich so lange hier war, war Gerdi so lieb und hatte mir privat die Wäsche gemacht. Dafür bin ich ihr heute noch dankbar. Auch Peter Binderlehner und Dragan haben immer viel für mich getan. Das ganze Schwarz Team kümmerte sich stets gut um mich, das war sehr schön zu erfahren. Auch Hubsi Trenkwalder, der bereits damals oft im Schwarz musizierte, hat mich während dieser Zeit sehr oft mit dem Rollstuhl durch Mieming gefahren.

Isa Erzählen Sie mir von Ihren wertvollsten Erlebnissen im Rahmen Ihrer Aufenthalte im Schwarz?

Hiltrud Unverzagt Da gab es so viele besondere Momente. Wir erlebten mit unserer Clique richtig gute Zeiten im Schwarz. Unsere Arbeit in der Kanzlei war sehr fordernd und wir konnten uns hier immer sofort erholen. Es war immer schön, sonst wären wir nicht so oft gekommen. Wir gingen gerne zum Rodeln auf die Lehnberghütte und verbrachten dort unzählige lustige Stunden, auch die vielen geselligen Abende und Weihnachtstage im Hotel und das Langlaufen am Sonnenplateau bereiteten uns stets viel Freude. 

"Wir kamen hier an und waren zu Hause."

Isa Hatten Sie nie Sehnsucht nach dem Meer?

Hiltrud Unverzagt Eigentlich weniger. Als junger Mensch war ich auch in Italien, Mallorca oder auf Ibiza unterwegs, doch jetzt brauche ich das alles nicht mehr. Ich liebe die Berge und das Traditionelle hier. 

Isa Inzwischen haben Sie viele Menschen bei uns kennengelernt. Was schätzen Sie an der Tiroler Mentalität? 

Hiltrud Unverzagt Die Tiroler sind lustig und natürlich. Besonders die Herzlichkeit mag ich sehr. Die Landschaft in Tirol ist einfach herrlich. Ihr wisst gar nicht, wie schön ihr hier wohnt. Mein späterer Begleiter, Herr Hombitzer, sagte einmal zu mir: "In Haiger wohnst du, aber deine Heimat ist hier." 

Isa Sie gingen durch viele Höhen und Tiefen in Ihrem Leben, auch gesundheitlich...

Hiltrud Unverzagt Im Laufe der Jahre waren leider auch einige Operationen und Behandlungen notwendig. Die ließ ich alle in Tirol machen und nachher habe ich mich im Schwarz erholt. Zu Hause konnte ich keine Ruhe geben. Mein Mann fuhr nach Hause zur Arbeit und mein Pudelchen blieb mit mir zur Genesung im Schwarz. Ich wurde hier immer gut betreut. Auch von Dr. Heidi Pirktl, die mich zu einigen Terminen begleitete und mich immer unterstützte. 

Isa Sie sind ein Mensch, der so viel Positivität ausstrahlt. Woher nehmen Sie Ihre Kraft? 

Hiltrud Unverzagt Ich habe nie gesagt: "Das geht nicht" oder "Das kann ich nicht" - Es geht alles, wenn man will. Ich habe immer alles probiert. Ich habe mich auch immer von einem Urlaub zum anderen gefreut und darauf hingearbeitet. 

Isa Was ist Ihr besonderes Talent? 

Hiltrud Unverzagt Ich kann sehr gut Handarbeiten. Das hatte mir damals meine Oma beigebracht. Früher strickte ich mir zum Beispiel einen "Norweger" mit 13 verschiedenen Farben. Ursprünglich komme ich aus bescheidenen Verhältnissen und konnte mir nur wenig leisten. Erst kürzlich strickte ich für ein kleines Mädchen einen Mantel. Katharinas Tochter Greta würde gerne von mir das Stricken lernen. Wir hatten einmal darüber gesprochen. Darauf freue ich mich schon! 

"Von nichts kommt nichts."  

Isa Was ist das Geheimnis Ihres Erfolges?

Hiltrud Unverzagt Mein Mann und ich haben uns alles selbst aufgebaut und erarbeitet. Wir arbeiteten jeden Tag 12 bis 13 Stunden, auch am Wochenende. Auch weil ich weiß, wie schwer es sein kann, Erfolg zu haben, bewundere ich Martha und Franz sehr. Sie haben beide so viel geleistet und alles, was sie aufgebaut haben, wird nun von Katharina, Franz-Josef und Thomas weitergeführt. Ich kann mich noch gut an eine lustige Geschichte von Früher erinnern. Am Weihnachtsabend saßen wir in der Kaminstube und Thomas hat uns als kleiner Junge mit seiner Ziehharmonika Weihnachtslieder vorgespielt. Wir gaben ihm dafür etwas Trinkgeld und Thomas meinte dann: "Jetzt kann ich Geschenke kaufen." Daraufhin fragten wir, was er denn kaufen würde und er antwortete keck: "Warme Socken für den Papa!" Daran erinnere ich mich gerne zurück. Wir haben alle herzhaft gelacht. 

Isa Was macht für Sie „den Schwarz“ aus?

Hiltrud Unverzagt Es ist die Freundlichkeit. Jeder ist bemüht, sein Bestes zu geben. Ich habe noch nie "schlechtes" Personal angetroffen. Ich sage aber auch immer: "Wie man in den Wald hinein ruft, so kommt es zurück." Christian war bei meinem ersten Aufenthalt im Schwarz zum Beispiel im ersten Ausbildungsjahr. Er lebt für das Hotel Schwarz. Auch seinen Vater - den Adi - kenne ich schon ewig. Er fährt jetzt schon so lange für den Schwarz. Melly und Lisi aus dem Service wissen ganz genau was ich mag. Ich bin nicht gerne am Buffet und sie bringen mir dann genau das, was mir schmeckt. Das schätze ich alles sehr. 

Isa Sie sind eine elegante Erscheinung und achten sehr auf Ihr Auftreten. Wie wichtig sind Ihnen Stil und Etikette? 

Hiltrud Unverzagt Ich habe immer großen Wert auf ein gepflegtes Äußeres und auf Höflichkeit geachtet. Meiner Meinung nach ist man es in gewissem Sinne dem Hotel auch schuldig, sich dementsprechend stilvoll zu kleiden. In meiner Wohnung sieht es ebenfalls immer ordentlich aus. Maria aus dem Housekeeping macht jedes Mal mein Zimmer im Schwarz sauber. Sie macht das wunderbar und ich möchte sie am liebsten immer hierbehalten. Martha hat sich früher immer wieder eine neue Dekoration für mich überlegt. Auch der Hotelgarten war stets traumhaft schön. 

Isa Sie haben viel gesehen und erlebt. Was macht für Sie den Sinn des Lebens aus?

Hiltrud Unverzagt Frieden. Wenn es schon in der Familie nicht stimmt, wie soll man sich dann mit anderen verstehen? Ich wünsche mir, dass die Menschen sich einig werden. 

Als ich mich für das Gespräch bedankte, antwortete mir Frau Unverzagt, sie hätte das gerne gemacht und Sie hätte ja die Zeit dafür. 

Die Zeit - längst ein kostbares und seltenes Gut, ein nicht greifbarer Raum, wie eine Seifenblase vom Wind getragen. Momente bewusst erleben, ein ehrliches Gespräch führen und sich dabei in die Augen sehen, Dankbarkeit empfinden und einander zuhören...Das macht das Leben lebenswert. Findet Ihr nicht auch? 

Nicht auf Gestern, nicht auf Morgen, sondern auf den Augenblick 
Eure Isabel