• ISA IM TALK MIT HOUSEKEEPING MANAGER MICHAEL HINTEREGGER
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ISA IM TALK MIT HOUSEKEEPING MANAGER MICHAEL HINTEREGGER

"Bunt ist meine Lieblingsfarbe" - mit diesem Zitat untermauerte Architekt und Gründer des Bauhauses - Walter Gropius - bereits Anfang des 20. Jahrhunderts seine Begeisterung für den Facettenreichtum. Immer wieder kommen mir seine Zeilen in den Sinn, wenn ich mir Gedanken über die Vielfalt der Menschen, Kulturen und Lebensräume mache.

WENN MAN BEREIT IST, SICH ZU VERÄNDERN, DANN BEDANKT SICH DAS LEBEN...

Ich freue mich, dass ich Euch in diesem Blog einen Gastgeber unseres Haues vorstellen darf, der für jede Menge frischen Wind im Alpenresort Schwarz gesorgt hat - Housekeeping Manager Michael Hinteregger: in Südtirol geboren und aufgewachsen, 25 Jahre jung, immer freundlich, musikalisch, neugierig und innovativ. 

EIN MANN FÜR ALLE FÄLLE 

Isa Michael, erzähle uns von dir...

Michael Ich komme aus Lüsen in Südtirol. Die Ortschaft liegt in einem Seitental, in der Nähe von Brixen. Unser Familienbetrieb - die Kreuzwiesen Alm - liegt in den Dolomiten auf 1.924m Höhe und eignet sich gut zum Übernachten. Auf unserer Schutzhütte habe ich schon als kleiner Junge mitgeholfen und zum Beispiel das Vieh gehütet. Ich habe viel von meinen Eltern gelernt. Auch in unserer Verwandschaft väterlicherseits gibt es mehrere Hotels und eine weitere Almhütte. Nach der Mittelschule bin ich in die Hotelfachschule in Meran gegangen. Dort habe ich angefangen, jeden Sommer in verschiedenen Betrieben Praktika zu machen. Ich habe mir immer die besten Häuser ausgesucht und war in mehreren 5-Sterne Häusern und in einem Michelin Restaurant in Südtirol tätig. Nach der Matura habe ich dann Tourismusmanagement in Innsbruck studiert. Nach den ersten vier Semestern hatte ich ein Praxissemester bei Kohl & Partner, das ist ein Tourismus-Consulting Unternehmen. Dort arbeitete mein Cousin als Berater und ich war viel mit ihm unterwegs, um Erfahrungen in veschiedensten Hotels zu sammeln. Wir hatten dort Projekte zu Themen wie Preis- und Angebotsplanung, Durchleuchtung verschiedenster Marketing Strategien bis hin zu Destinationsentwicklung. Die Erasmus-Zeit war eine coole Erfahrung für mich. Ich hatte mir extra eine Stadt ausgesucht, wo nur ein Platz frei war, um mich bewusst auf ein Abenteuer mit neuen Bekanntschaften und Erfahrungen einzulassen. 

"Meine Bachelorarbeit über Wintersport Destinationen habe ich in einer Seitengasse Istanbuls geschrieben." 

Isa Was hast du nach deinem Studium gemacht?

Michael Zuerst arbeitete ich noch für ein paar Monate bei meiner Familie auf der Alm, war noch einige Wochen in Schottland unterwegs und dann bin ich schon ins Alpenresort Schwarz gekommen. 

Isa Wie bist du auf unser Haus aufmerksam geworden?

Michael Den Betrieb kannte ich natürlich schon lange. Im Studium oder bei Kohl & Partner wurde der Schwarz oft als Vorzeigebetrieb erwähnt und mein Onkel ist langjähriger Stammgast. Ich bewarb mich für die ausgeschriebene Praktikumsstelle. Allerdings war es schnell klar, dass ich bleiben wollte und ich bekam eine Festanstellung. Bereits als Praktikant wurde mir große Verantwortung in der Wirtschaftsabteilung übergeben. Ich kümmerte mich um den Einkauf und war im Controlling tätig. Das Warenwirtschaftsprogramm war ein großes Projekt, das ich betreut habe. 

Isa Warum warst du dir so schnell sicher, dass du bei uns bleiben möchtest? Du hattest ja vorher schon viele Betriebe kennengelernt - was war der ausschlaggebende Grund? 

Michael Da gab es viele Faktoren, die mich begeistert haben. Mit hat von Anfang an gefallen, dass man im Schwarz die Dinge professionell angeht und jeder Handgriff hinterfragt wird. Die Geschäftsleitung kümmert sich darum, dass man miteinander spricht und immer geschaut wird, wie man Abläufe optimieren kann. Im Schwarz ist es nie langweilig. Das waren die Hauptgründe für meine Entscheidung. 

Isa Wie lange arbeitest du schon bei uns?

Michael Seit 2,5 Jahren. Im Dezember 2016 habe ich angefangen. 

Isa Du warst zu Beginn deiner beruflichen Laufbahn im Schwarz im Controlling tätig und jetzt bist du unser Housekeeping Manager. Wie kam es zu dieser Veränderung?

Michael Ich hatte viel mit dem Einkauf zu tun, dann kam der Stammhaus Umbau. Im Zuge dessen hatte ich organisiert, dass alle alten Möbel innerhalb von zwei Tagen weggekommen sind. Einiges konnten wir verkaufen und der Rest kam der Rumänienhilfe zugute. Das habe ich über die Caritas organisiert. Das erste Halbjahr 2018 war ich hauptsächlich mit dem Bau beschäftigt, war bei den Bausitzungen dabei und habe die dekorative Beleuchtung und alle losen Möbel mit Katharina Pirktl zusammen ausgesucht und organisiert. Wir arbeiteten sehr viel zusammen in der Zeit. Auch beim Restaurantkonzept der Schwarz Genusswelt war ich beteiligt. Die Prozesse im Hintergrund waren natürlich eine große Aufgabe.  

"Katharina fragte mich, welches Projekt mich als nächstes interessieren würde." 

Isa Als dir Katharina dann die Stelle als Housekeeping Manager angeboten hatte...was war dein erster Gedanke dazu?

Michael Katharina hatte immer wieder Andeutungen gemacht und mir dann die Position angeboten. Die Mitarbeiterführung hatte mich schon sehr interessiert. Ich musste ein paar Tage darüber nachdenken, doch schließlich hatte ich nichts zu verlieren. Ich wollte komplett etwas Neues machen und war bereit dafür, es zu probieren. Am ersten Oktober habe ich dann die neue Stelle übernommen, gleichzeitig habe ich Ramona - die meine bisherigen Aufgaben übernommen hat - eingeschult. Die ersten Wochen waren also turbulent, da der Oktober bei uns stets gut besucht ist und wir viele Gäste im Haus hatten. Da ist es aufgegangen. 

Isa Du bist also ins kalte Wasser gesprungen?

Michael Ja, eigentlich schon. Ich schaute mir die Situation erst einmal genau an, musste die Gastgeber im Housekeeping kennenlernen und gleichzeitig die Abläufe, die sich nicht bewährt hatten, neu überdenken und umstrukturieren. Ich habe versucht, alles schnell in den Griff zu bekommen. Da gibt es ja viele Bereiche - angefangen von den Zimmern über den Wellnessbereich bis hin zum Restaurant und zur Wäscherei. Erst konzentrierte ich mich auf den Stock und dann kamen Schritt für Schritt die nächsten Bereiche dazu. 

Isa Im Housekeeping arbeiten hauptsächlich Frauen. Wer sind die Männer, die sich in diese Abteilung "vorwagen?"

Michael Neben Bayram, der schon sehr lange die Wäscherei leitet, gibt es noch Marek, der in der Nacht die Wasserwelten reinigt. Auch einen Zimmerburschen und einen Mitarbeiter in der Wäscherei habe ich eingestellt. Das funktioniert wunderbar. Insgesamt sind wir rund 40 Gastgeber im Housekeeping, davon sind allerdings viele Mitarbeiter in Teilzeit angestellt. 

DIE ERWARTUNGEN WAREN GROSS 

Isa Wie war der Start für dich in dieser Abteilung? 

Michael Ich habe die Erwartungen vom Team und verschiedenen Seiten gespürt, alle Augen waren auf mich gerichtet. Viele haben sich über meine Entscheidung gefreut.

Isa Inzwischen führst du die Abteilung seit einem halben Jahr. Wie ist deine erste Bilanz? Was gefällt dir besonders gut?

Michael Es ist schon eine große Herausforderung, da das Haus sehr groß ist. Die Sauberkeit ist ja ein wichtiges Thema im Hotel, eine Grundvoraussetzung, die einfach passen muss. Wir wollen die Gäste begeistern. Mir gefällt es gut, mit dem großen Team zusammen unsere Ziele zu erreichen und Abläufe neu zu überdenken. Beispielsweise wird derzeit in der Wäscherei einiges umgestellt, das ist natürlich immer sehr spannend.

Isa Du hast also auch kreativen Spielraum?

Michael Auf alle Fälle. Ich darf Prozesse verändern und versuchen, ob sich etwas Neues bewährt. 

Isa Zurück zu deinen Wurzeln, Michael. Du bist Südtiroler, hast einen Zwillingsbruder sowie einen älteren Bruder und eine Schwester und bist in eine musikalische Familie hineingeboren worden. Wie hast du dich musikalisch entwickelt?

Michael Ja genau, meine Familie ist schon musikalisch, auch bereits in früheren Generationen waren Familienmitglieder in der Musikkapelle tätig. Mein Vater hat mich und meinen Zwillingsbruder dann gefragt, ob wir Zieharmonika lernen möchten. Das taten wir dann auch. Ich lernte als Kind noch Trompete, doch als ich wegen des Studiums die Musikkapelle verließ, wechselte ich von der Trompete zur Gitarre, weil mir das als Einzelinstrument mehr Spaß macht.

MUSIKALISCHES NEULAND 

Isa Du bist Gründungsmitglied der Band namens "Jimi Henndreck." Ihr kombiniert die Steirische Harmonika mit Gitarre, Bass und Gesang im Südtiroler Dialekt. Eine sehr spannende und außergewöhnliche Mischung, wie ich finde.

Michael Manuel und ich wollten schon länger eine Band gründen, wir hatten ein paar Ideen und waren auf der Suche nach den passenden Mitgliedern. Ich spiele in der Band die Gitarre und singe. "Jimi Henndreck" gibt es nun seit letzten August, alles ist also recht neu. Wir haben viel probiert und unsere Ideen ausgearbeitet. Ein langjähriger Freund von uns hatte den selben Musikgeschmack wie wir und wir haben gesehen, dass das gut zusammen passt. Dann haben wir noch einen Schlagzeuger mit ins Boot geholt und heuer sind wir zu Beginn des Jahres für drei Tage ins Studio gegangen, um ein paar Lieder aufzunehmen. 

VON DER HITZE IN >NAIROBI 

Isa Entspringen sowohl die Texte wie auch die Musik eurer eigenen Feder?  

Michael Genau, wir schreiben unsere Musik und Texte in Eigenregie. Bei uns war die Frage, wie wir die Sache angehen. Man muss ja erst einmal bekannt werden, so haben wir uns gedacht, dass wir unsere erste Single >"NAIROBI" auf Youtube stellen. Wenn uns die Leute etwas besser kennen, möchten wir natürlich auch gerne auftreten. Ein paar Covers werden also auch dabei sein.

Isa Warum singt ihr im Dialekt?

Michael In der Muttersprache ist es einfacher, authentisch zu sein. Wir schreiben unsere Texte zusammen, es fängt mit einer Idee an. Bei "Nairobi" hatte ich zuerst den Rhythmus im Kopf und mir ist die Singmelodie eingefallen. Zur Melodie kam dann der Name "Nairobi" und danach haben wir den Text dazu geschrieben. Das Lied beschreibt die letzten paar Stunden eines Obdachlosen und am Ende sieht er das Licht. Dieses Lied ist auch sinnbildlich für sein ganzes Leben. Wir bauen in unseren Texten tiefgründige Bedeutungen ein, zum Beispiel: "Auf oamol schiffts wie in Shanghai, die Leit schwimmen im Überfluss. Aber bei ihm spialts nix vorbei und er dersauft im Spiritus." 

Isa Wie setzt sich euer experimenteller Stil zusammen?

Michael Da wir Fans von Jimi Hendrix, The Doors oder auch Led Zeppelin sind, haben wir versucht, verschiedene Elemente zu verbinden und etwas Modernes mit der Steirischen Harmonika zu spielen. Auch Herbert Pixner ist ein großes Vorbild für uns, es ist uns aber wichtig, anders zu klingen. Wir bezeichnen unseren Stil als „Progressiv-Psychedelische Stubnmusig.“ Stubnmusig deswegen, weil wir keine Effekte verwenden. 

Isa Das klingt spannend! Wie sieht es mit Auftritten aus?

Michael Im Sommer sind schon einige Auftritte geplant. 

Isa Spielt ihr auch im Schwarz?  

Michael Schauen wir mal... 

Michael hat es offen gelassen und unser Interview mit einem vielsagenden Lächeln beendet. Begeistert von dessen Bandbreite und von seiner Positivität bin ich sehr neugierig geworden und würde gerne mehr von "Jimi Henndreck" hören. Musik ist ein wunderbares Ventil, um Brücken zu bauen und Gedanken auszudrücken, die zwischen den Zeilen verborgen sind. In diesem Sinne würde ich sagen: die Jungs gehören unbedingt auf die Schwarz Bühne! Findet Ihr nicht auch?

Es lebe der Perspektivenwechsel 
Eure Isabel